Wasserstoffauto als bessere Alternative?

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Löst das Brennstoffzellenauto die Probleme von Elektroautos?

Batteriebetriebene Elektroautos (BEV) haben aktuell noch mehrfach mit Problemen zu kämpfen und bieten in vielen Situationen nicht den gewohnten Komfort eines Fahrzeugs mit konventionellem Antrieb, wie Diesel, Benzin oder Gas. Angefangen bei der oft geringen Reichweite von Elektroautos, langen Ladezeiten, einem nicht optimal ausgebauten Ladenetz, bis hin zu nicht einheitlichen Abrechnungssystemen, müssen Fahrer von e-Autos einige Kompromisse eingehen. Das Brennstoffzellenauto könnte die Vorteile von Elektroautos und konventionell betriebenen Fahrzeugen vereinen.

Brennstoffzellenauto Vorteil – komfortabel & emissionsfrei

Ein Brennstoffzellenfahrzeug bietet den Komfort, dass es wie jedes konventionell betriebene Fahrzeug in wenigen Minuten vollgetankt werden kann. Lange Wartezeiten durch Akkuladungen bleiben dem Fahrer somit erspart. Die Reichweite von Brennstoffzellenfahrzeugen liegt meist über 500 Kilometern. Das mit Wasserstoff betriebene Fahrzeug Hyundai ix35 Fuel-Cell erreicht zum Beispiel 594 Kilometer mit einer Tankfüllung. Aufgrund der Brennstoffzellentechnik wird ein emissionsfreies Fahren ermöglicht.

Brennstoffzellenauto Nachteil – Hohe Preise

Der große Nachteil des Brennstoffzellenautos ist der hohe Preis. Wer ein Brennstoffzellenauto kaufen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Das günstigste Brennstoffzellenfahrzeug ist derzeit der Hyundai ix35 Fuel Cell mit einem Basispreis von ca. 65.000 Euro. Trotz dass Hersteller wie BMW, Daimler, Toyota und weitere schon seit Jahren an der Brennstoffzellentechnologie entwickeln, ist die Auswahl an Serienfahrzeugen oder Vorserienfahrzeugen mit Wasserstoffantrieb überschaubar. Toyota bietet bereits den Toyota Mirai in der Basisvariante für 78.600 Euro an. Mercedes präsentierte auf der diesjährigen IAA 2017 mit dem GLC F-CELL das weltweit erste Elektrofahrzeug mit Brennstoffzellen- und Batterieantrieb. Der Plugin-Hybrid kann rein elektrisch batteriebetrieben 49 km (NEFZ) und weitere 437 km durch den Wasserstroffantrieb zurücklegen. Der Preis des Fahrzeugs ist noch nicht bekannt. Es liegen uns auch noch keine Informationen vor, ob und wann das Fahrzeug in den Serienbetrieb gehen wird.

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Brennstoffzellenauto testen

Wer nicht länger warten und ein Brennstoffzellenauto testen möchte, kann bei der nächsten Fahrt in, und um München auf ein Wasserstoffauto von BeeZero zurückgreifen. Wir wollten wissen, was es im Detail mit dem Carsharing-Angebot von BeeZero auf sich hat und welche Vorteile und Zukunftsaussichten durch die Brennstoffzellentechnologie zu erwarten sind. Hierzu haben wir den BeeZero Marketing- und Communication-Manager Herrn Schaefer Rund um das Thema BeeZero und Brennstoffzellentechnologie interviewt.

BeeZero im Interview

Was ist BeeZero?

Marco von EZ: Was ist BeeZero und wie unterscheidet sich das Angebot zu anderen Carsharing Anbietern?

H. Schaefer von BeeZero: BeeZero ist das erste Carsharing der Welt mit Wasserstoffautos. Das zonenbasierte Carsharing BeeZero ist seit August 2016 mit 50 Fahrzeugen in München am Start. BeeZero funktioniert per App, mit der ich die Autos finde, öffne, starte und die Miete wieder beende. Abgesehen von der Technologie (ausschließlich Brennstoffzelle und Wasserstoff) unterscheidet sich BeeZero erheblich von den anderen, etablierten Carharing-Anbietern: BeeZero ist das optimale Carsgaring für längere Fahrten raus aus München… optimal für Tages- und Wochenendausflüge. Auf diesen längeren Trips werden die Fahrten mit BeeZero im Verhältnis zum Wettbewerb preislich günstiger. Die Positionierung auf längere Fahrten unterstreicht auch optimal die Vorteile der Brennstoffzelle: große Reichweiten mit zero Emissions (im Vergleich zu einem i3 mit Batterie zum Beispiel). Mit BeeZero ist es auch kein Problem ins Ausland (z.B Österreich) oder über Nacht wegzufahren. Darüber hinaus hat BeeZero als einziger Anbieter eine Bestpreisgarantie: einfach losfahren und erst nach der Fahrt den besten BeeZero-Tarif bezahlen (Grundtarif oder eins der vier Pakete oder eine Kombination…. Genaue preise siehe unter www.beezero.com). Das übergeordnete Ziel von BeeZero ist es, den Endkunden die Wasserstoff- bzw. Brennstoffzellentechnologie näher zu bringen und diese erlebbar zu machen. Z.B. bekommt der Kunde nach jeder Fahrt 5 Fragen von unserem H2-Quiz freigeschalten.

 

Carsharing mit Brennstoffzellenautos

Marco von EZ: Warum eine Brennstoffzelle im Fahrzeug? Welche Vorteile hat eine Brennstoffzelle?

H. Schaefer von BeeZero: Bei Brennstoffzellen (BZ)-Autos handelt es sich, wie bei Batterie-Autos, um reine Elektroautos. Die Brennstoffzellentechnologie, bei der während der Fahrt Wasserstoff mit Sauerstoff chemisch reagiert und dadurch Strom erzeugt, hat im Gegensatz zur batterieelektrischen Fahrzeugen große Vorteile. Zum Einen sind die Reichweiten höher. Mit einem kg Wasserstoff hat man eine Reichweite von etwa 100 km. In herkömmlichen BZ-Autos werde, mehr als füng Kilogramm Wasserstoff, der unter 700 bar komprimiert gasförmig in den Autos gespeichert wird. Dadurch ergibt sich eine Gesamtreichweite von etwa 500 km pro Tankfüllung. Viel entscheidender ist aber der zweite große Vorteil: die schnelle Betankung. Es dauert gerade mal ca. drei Minuten bis ein BZ-Auto vollgetankt ist. Wenn wir irgendwann mal Elektromobilität als „Massenprodukt“ haben wollen, d.h. fast jeder Mensch fährt elektrisch, dann ist es diese schnelle Betankungszeit, die den entscheidenden Vorteil ausmacht. Darüber hinaus kann Wasserstoff vor dem Hintergrund der Energiewende eine entscheidende Rolle spielen: Mit H2 lässt sich nämlich effektiv überschüssige regenerative Energie zwischenspeichern, indem diese genutzt wird, um grünen H2 mittels Elektrolyse zu produzieren. Nachhaltig produzierter H2, der in einem Elektroauto zum Einsatz kommt.

Brennstoffzellenauto tanken

Marco von EZ: Wo kann man Wasserstoff tanken?

H. Schaefer von BeeZero: BZ-Fahrzeuge kann man an Wasserstofftankstellen betanken. Zurzeit gibt es in Deutschland knapp 40 H2-Tankstellen. Bis Ende 2018 werden es deutschlandweit 100 sein. Das Ziel ist es dann, bis Ende 2022 in Deutschland mehr als 400 H2-Tankstellen zu haben.

Marco von EZ: Was kostet eine Tankfüllung Wasserstoff? Wie funktioniert das Tanken des Brennstoffzellenfahrzeugs?

H. Schaefer von BeeZero: Das Betanken geht schnell und funktioniert so, wie man es von herkömmlichen Autos kennt: Rüssel entnehmen, in den Tank stecken, Knopf drücken, drei Minuten warten, Rüssel raus. Ein kg Wasserstoff kostet z.Z. ca. 9,60€ an den Zapfsäulen. Da man mit einem kg H2 eine Reichweite von etwa 100km hat, kosten mich 100 km ca. 9,60€

Brennstoffzellenauto_BeeZero_Hydrogen powered mobility

Risiko Brennstoffzellenauto

Marco von EZ: Birgt ein Wasserstoffauto durch die leichte Entzündlichkeit mehr Gefahren als ein Benzin / Diesel angetriebenes Fahrzeug oder ein Elektroauto?

H. Schaefer von BeeZero: Wasserstoff ist genauso wie Benzin und Diesel entzündlich. Darüber hinaus bestehen keine höheren Risiken. Während des Betankungsprozesses ist der Tankrüssel hermetisch mit dem Auto verschlossen, sodass 0,0 Wasserstoff entweichen kann. Das technische Betankungsprotokoll der H2-Tankstellen ist weltweit standardisiert; d.h. an jeder H2-Tankstelle auf der Welt läuft der Betankungsprozess gleich ab… auch das dient einer optimalen Sicherheit

Zukunft der Brennstoffzelle

Marco von EZ: Wie sehen Sie die Zukunftsaussichten der Brennstoffzelle?

H. Schaefer von BeeZero: Die Brennstoffzellentechnologie und die Wasserstoff-Betankungstechnologie sind da und absolut state-of-the-art. Aufgrund der oben genannten Vorteile ist die BZ absolut notwendig, wenn wir unsere Mobilität eines Tages komplett auf Elektromobilität umstellen wollen. Das große Problem derzeit ist lediglich, dass die Infrastruktur nur langsam wächst und die OEM nur sukzessive BZ-Autos auf den Markt bringen (Henne-Ei-problematik). Wenn aber das Thema BZ und die Vorteile einer breiteren Masse zugänglich bzw. sichtbar gemacht wird – genau hier setzt Linde mit BeeZero an – und die Industrie gemeinsam Wasserstoffmobilität ernsthaft promotet – genau hier setzen Linde und Partner mit Initiativen wie H2 Mobility in Deutschland oder dem Hydrogen Council auf globaler Ebene an – dann hat die Brennstoffzelle sehr positive Aussichten, da sie zu Batterie-Elektromobilität absolut komplementär ist.

Marco von EZ: Wir bedanken uns recht herzlich bei Ihnen für das interessante Interview und dass Sie sich die Zeit genommen haben, unsere Fragen zu beantworten.

Aus unserer Sicht ist die Brennstoffzellentechnologie hochinteressant und eine gute Alternative zu batteriebetriebenen Fahrzeugen.

Konnte von euch schon jemand Erfahrungen mit Brennstoffzellenfahrzeugen sammeln? Wie ist eure Meinung und euer Eindruck? Schreibt einen Kommentar und teilt eure Erfahrungen.

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