e.GO Life Interview – Produktion, Entwicklung, Industrie 4.0, Zukunftspläne

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e.GO-Life Seitenansicht - Foto: e.GO Mobile AG
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Bezahlbare Elektromobilität durch Industrie 4.0

Details zur Produktion und zur Technik des e.GO Life

Das aktuell wahrscheinlich günstigste Elektroauto e.GO Life fasziniert nicht nur durch seinen günstigen Preis, sondern auch durch die Technik und den fortschrittlichen Produktionsprozess. So entwickelt die e.GO Mobile AG auf dem RWTH Aachen Campus günstige Elektrofahrzeuge, welche sich besonders als Zweit- oder Drittfahrzeug für mehrköpfige Haushalte oder als Flottenfahrzeuge eignen.

Wir möchten mehr zum neuen Elektrofahrzeug e.GO Life wissen und haben Frau Häußler von der e.GO Mobile AG zu einzelnen Themen befragt.

Bezahlbare Elektromobilität durch Industrie 4.0

Marco: Mit der rasant zunehmenden Digitalisierung ist die sog. Industrie 4.0 in der Entwicklung und Produktion nicht mehr wegzudenken. Nur durch intelligente Fabriken (Smart Factories) wird es zukünftig möglich sein, wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch bei der Produktion des e.GO Life nutzt man aktuellste Informations- und Kommunikationstechnik und zeigt somit, wie „Industrie 4.0“ in der Praxis aussehen kann. Was verstehen Sie unter der sog. Industrie 4.0 und wie fließt diese in die Entwicklung und Produktion des e.GO Life ein?

C. Häußler: Zunächst einmal ist es im Kontext von Industrie 4.0 wichtig zu verstehen, dass Industrie 4.0 nicht die vollständige Automatisierung menschlicher Tätigkeiten durch beispielsweise Roboter ist, sondern Industrie 4.0 vielmehr auf die durchgängige Datenlogistik innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette und damit auch dem Produktionsbetrieb abzielt. Die Sammlung vielfältiger Produktions-/Produktionsumgebungs-/Transportdaten etc. dient der verbesserten Analyse und Optimierung von Prozessen und Abläufen. Die Datenanalyse dient somit letztlich der Reduzierung von Fehlern, der Verbesserung von Abläufen und hat somit die Steigerung der Effizienz und Effektivität in der gesamten Wertschöpfungskette zum Ziel.

In unserer Fabrik (Werk 1) wollen wir im Themenfeld Industrie 4.0 durch den Einsatz verschiedener Technologien (aktive/passive Sensorik) in mehreren Bereichen (Warenannahme, Materialfluss, Montage etc.)  die Effizienz und Effektivität erhöhen. So wollen wir eine Verbesserung durch einen passgenauen und fehlerfreien Materialfluss, die bessere Datenauswertung und Prozessanalyse mithilfe von Dashboard sowie durch Datenaufbereitung die Mitarbeiterassistenz zur Fehlerreduktion nutzen, um die erläuterten Ziele zu erreichen. Als Erstes widmen wir uns dabei dem Materialfluss, damit wir durch Tracking und Tracing der Komponenten, das klassischen „Warten und Suchen“ von Teilen reduzieren bzw. idealerweise komplett vermeiden. Letztlich ist das Thema Industrie 4.0 aber nicht nur auf die Fabrik beschränkt, sondern soll bei uns auch das Zusammenspiel von Entwicklung, Einkauf, Produktion und natürlich auch den Vertrieb verbessern.

Niedervolt statt Hochvolt – Vorteile vom 48 Volt Antriebsstrang

Marco: Die bekanntesten Elektrofahrzeuge nutzen eine Hochvoltbatterie mit einer Spannung von 380 Volt oder mehr. Der e.GO Life verfügt über einen 48 Volt Akku und wird somit nicht im Hochvoltbereich betrieben. Wieso hat man sich beim e.GO Life für ein 48 V Bordnetz entschieden?

C. Häußler: Einfache Wartung und Instandsetzung, da im Gegensatz zu Hochvoltsysteme keine explizit ausgebildeten Elektriker benötigt werden. Für den Leistungsbedarf eines Stadtautos sind 48V völlig ausreichend.

e.GO Life Ladetechnik und Ladedauer

Marco: Wir haben jetzt erfahren, dass der e.GO Life mit einem Bordnetz im Niedervoltbereich (48 Volt) arbeitet. Ist dennoch ein Laden wie bei den bereits bekannten Elektroautos möglich? Können z.B. auch öffentliche Ladestationen genutzt werden?

C. Häußler: Der e.GO Life kann an allen haushaltsüblichen Steckdosen geladen werden (230 V, 10 A, 2,3 kW). Öffentlichen Ladestationen können mit dem optionalen Typ-2-Kabel genutzt werden. Auch hier findet die Ladung mit 2,3 kW statt. Die Ladezeit beträgt ca. 5 Stunden.

Marco: Wird es zukünftig auch die Möglichkeit geben, den e.GO Life über ein Schnellladesystem zu laden?

C. Häußler: Über ein zukünftiges Schnellladen kann zum jetzigen Zeitpunkt keine konkrete Aussage getroffen werden.

e.GO Ansprechpartner und Anlaufstelle im Fall der Fälle

Marco: Große Fahrzeughersteller profitieren von ihrem Service-Netzwerk in Form von oft und meist in der Nähe verfügbaren Vertragswerkstätten oder Niederlassungen. An wen können sich e.GO Kunden wenden, wenn der planmäßige Kundendienst ansteht? Wer kann bei Problemen mit dem e.GO Life oder Schäden nach einem Unfall weiterhelfen?

C. Häußler: Anlaufstelle werden Bosch Car Service sein (Servicevertrag mit Bosch). Welche Standorte, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

e.GO Life Betriebstkosten und Steuer

Marco: Ist schon bekannt, mit welchen Betriebskosten bei dem e.GO Life gerechnet werden muss?

C. Häußler: Betriebskosten werden geringer sein als beim Verbrenner, wegen geringeren Wartungskosten durch einfachere Natur des Elektrofahrzeugs, geringere Inspektionskosten (keine AU mehr), 10 Jahre Steuerbefreiung, weitere Kosten noch nicht bekannt.

Weitere e.GO Modelle ?

Marco: Mit dem e.GO Life erreichen Sie durch den niedrigen Preis des Elektroautos sicher eine große Nachfrage. Sind bereits weitere e.GO Elektrofahrzeuge geplant?

C. Häußler: Es wird weitere Modelle geben. Zurzeit gibt es aber noch keine weiteren Informationen dazu.

Wir freuen uns auf die anlaufende Serienproduktion des e.GO Life im Frühjahr 2018 und die erste Probefahrt mit dem neuen elektrischen Stadtflitzer der e.GO Mobile AG. Ebenso sind wir gespannt welche e.GO Modelle und zukünftig noch erwarten. Wir freuen uns auf frischen den frischen Wind in der Welt der Elektromobilität.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Frau Häußler für das interessante Interview und dass Sie sich die Zeit genommen hat, unsere Fragen zu beantworten.

Weitere Informationen zum e.GO Life

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